Nina Dulleck schreibt: Wenn man einmal davon absieht, dass die Interviewfragen allesamt nach bloßen Vorlagen klingen, dann ist "Das Überlebensprinzip" von Eva Herman ein gutes Buch, um einen interessanten, persönlichen Über- und Einblick in Eva Hermans Thesen zu Themen wie u.a.:
Kinderglück
Feminismus
Fernsehen hinter der Kamera
Die wirtschaftlichen Folgen des Auslaufmodells "Familie"
Im "Überlebensprinzip" wird ihr viel Raum gelassen, sich ausführlich zu den verschiedenen Stationen ihres Lebens, allen voran dem Medienrummel um ihre Person, seit sie sich mit Büchern wie dem "Eva-Prinzip" mit ihrer persönlichen Meinung an die Öffentlichkeit gewagt hat, zu äußern.
Der Leser bekommt Verständnis für die Frau, die hinter den "steilen Thesen" steht, die die Toleranz der Medien so enorm herausgefordert haben. Außerdem ermöglicht das "Überlebensprinzip" einen interessanten Blick hinter die Kulissen der Medien in Deutschland und ermutigt, politische Entscheidungen, gerade in der derzeitigen Familienpolitik, kritisch zu hinterfragen und als das zu sehen, was sie sind: Sparmaßnahmen zu Lasten derer, die nicht so glänzend verdienen.
Zuerst wirkt Eva Hermans Stil etwas plakativ. Doch während des Lesens drängt sich einem der Verdacht auf, dass es vielleicht genau diesen Stil braucht, um heutzutage in der Öffentlichkeit gehört zu werden. Zuletzt bleibt der Eindruck, dass diese Frau bemerkenswert viel investiert, um den Menschen in unserem Land zu mehr Selbstbewusstsein, gerade auch im Bezug auf Familie und Kindererziehung, zu verhelfen.
Anstrengend fand ich gegen Ende des Buches eigentlich nur die in verschiedensten Varianten wieder kehrende Frage, ob Frau Herman Christ ist. Ob sie es ist oder nicht: Eva Herman hat etwas bewegt. Sie hat die Menschen in unserem Land (für kurze Zeit) tatsächlich zum Nachdenken über "alte" Werte und die Grundpfeiler unserer Gesellschaft gebracht. Sie hat einen Nerv getroffen, ein Tabu gebrochen und dafür viele Opfer gebracht, Schläge eingesteckt und trotzdem nicht den Mund gehalten. Ich kenne eigentlich niemanden, und schon gar keinen, der sich zum christlichen Glauben zählt, von dem man das gegenwärtig sagen könnte.
Von daher: Ein lesenswertes Buch zur aktuellen Situation in Politik, Medien und damit unserer Gesellschaft, speziell zu Themen wie Feminismus, Familie, Kindererziehung und deutscher Geschichte.
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